Lernvideo erstellen: Die besten Tipps und Tools

24.10.2022
Wie erstellt man ein gutes Lernvideo mit Mehrwert? In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen praktische Möglichkeiten und Techniken zum Erstellen von Lernvideos, die in Erinnerung bleiben.

Was ist ein Lernvideo?

Lernvideos sind in Zeiten wie diesen nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Unabhängig von ihrem Einsatzzweck, ob sie nun den Wissenshorizont erweitern oder als Anleitung dienen, können mit Lernvideos komplexe Inhalte vereinfacht vermittelt und dargestellt werden. 

Im Vergleich zu anderen Videoarten steht bei Lernvideos die Vermittlung von Informationen im Mittelpunkt. 

Für das Erstellen von Lernvideos sind umfassende Profi-Kenntnisse nicht zwingend notwendig. Ein grundlegendes Verständnis über die Materie ist ausreichend, um ein erfolgreiches Lernvideo zu erstellen.

Welche Vorteile bieten Lernvideos?

Lernvideos steigern ähnlich wie Erklärvideos die Informationsdichte, weil sie zwei menschliche Ebenen gleichzeitig ansprechen. Die visuelle Ebene wird durch Bilder erreicht, während die Vertonung bzw. die Sprache die auditive Ebene anspricht. 

Ein Lernvideo zu erstellen bedeutet in gewisser Weise auch, eine Geschichte wiederzugeben. Die Zuseher sollen dabei auf eine Reise mitgenommen werden und das Lernen als Erlebnis wahrnehmen. Storytelling spielt bei Lernvideos daher eine zentrale Rolle!

Der Mehrwert für die Zuseher sind die flexiblen Lernzeiten. Die Inhalte können beliebig oft wiederholt sowie vor- und zurückgespult werden. Somit legt jeder Zuschauer das Lerntempo individuell fest und gestaltet es nach eigenem Belieben.

Arten von Lernvideos

Damit Lernvideos auch den nötigen Effekt zeigen, müssen sie zielgruppenorientiert aufgebaut sein und dementsprechend kurzweilige Inhalte bieten. Je nach Verwendungszweck und Zielgruppe werden verschiedene Arten von Lernvideos unterschieden:

Microlearning-Videos

Microlearning meint kurze Lerneinheiten mit Fokus auf ein eng zusammengefasstes Thema. Im Mittelpunkt steht die gezielte Wissensvermittlung für moderne Medienkonsumenten mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne. Daher dauern diese Lernvideos nie länger als eine Minute.

Video-Tutorials

How-to-Anleitungen oder Videoanleitungen zählen zu den gängigsten Formaten, um Prozesse zu erklären und Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu geben. Meist dauern sie 2 bis 10 Minuten und beinhalten unterschiedliche Lehrmethoden. Den besten Tutorials geht eine sorgfältige sowie professionelle Planung voraus. 

Schulungsvideos

Gerade im Mitarbeiterbereich werden Schulungsvideos gerne für Weiterbildung am Arbeitsplatz oder die Vermittlung wichtiger Inhalte des Personalbereichs eingesetzt. Oft werden dabei echte Menschen gezeigt, um eine persönliche Beziehung zu schaffen.

Erklärvideos

Damit werden Sachverhalte oder Produkte kompakt und unterhaltsam erklärt. Angewandt werden oft Animationen, um komplexe Inhalte interessant und leicht verdaulich zu vermitteln.

Erklärfilme mit Heldengarantie von den Erklärhelden
Erklärfilme

Screencasts

Bildschirmaufnahmen eignen sich am besten für die Veranschaulichung bestimmter Sachverhalte und als Bedienungsanleitungen. Sie sind in erster Linie Mittel zum Zweck und haben einen informellen Charakter. 

Die meisten Screencasts oder Videoaufnahmen des Computerbildschirms enthalten normalerweise auch Audiokommentare, die das Verständnis vereinfachen sollen. Screencasts sind ideal für Just-in-time-Projekte, um Fragen zu beantworten oder komplexe Konzepte zu klären.

Gute Lernvideos erstellen und echten Mehrwert bieten

Der Begriff “Lernvideo” unterliegt keiner einheitlichen Definition. Vielmehr ist der Verwendungszweck entscheidend, woraus sich letztendlich die Art des Lernvideos ergibt. Das Hauptziel eines jeden Lernvideos ist jedoch, dass die Zuschauer den Inhalt verstehen und genau das lernen, wonach sie suchen.

Tipp #1: Die Zielgruppe kennen

Ein Lernvideo kann nur erfolgreich sein, wenn es von der richtigen Zielgruppe gesehen wird. Daher stellt sich vorweg die Frage, wer die Zielgruppe des Lernvideos ist. Die Definition der Zielgruppe bildet die Grundlage für den gesamten Produktionsprozess und setzt sich mit den Problemen der Zuschauer auseinander.

Zielgruppe kennen

Tipp #2: Ein Konzept entwickeln

Das Konzept ist als Drehbuch anzusehen und beinhaltet alle wesentlichen Fragen, die in dem Video geklärt werden sollen. 

  • Was sind die Lernziele?
  • Welche Inhalte sollen vermittelt werden?
  • Wie erreicht man die Zielgruppe?
  • Welche Art von Video soll es werden?
  • Wird zusätzliches Equipment benötigt?
Videokonzept

Das Drehbuch ist die Richtlinie für ein gutes Gelingen des Lernvideos. Es dient der Orientierung. Da es stilistisch verschiedene Möglichkeiten für Lernvideos gibt, ist dies ein zentraler Punkt des Konzepts. 

  • Zum Konzept gehört ein umfassendes Storyboard, das mithilfe von Skizzen die Visualisierung der Inhalte darstellt. Es geht dabei weniger um eine genaue Darstellung der Szenen, als um Anhaltspunkte. Schnelle Skizzen und Strichmännchen sind völlig ausreichend.
  • Das Skript bzw. Sprechertext soll in einfacher Sprache verfasst werden und keinen Fachjargon enthalten. Generell sollten Fachbegriffe in Lernvideos vermieden werden, es sei denn, sie sind Teil des Inhalts und werden genau erklärt. Vor der ersten Aufnahme sollte das Skript unbedingt ein paar Mal durchgelesen werden, um mögliche Stolpersteine zu vermeiden. 

Tipp #3: Methodische Vorgehensweise festlegen

Lernvideos beinhalten meist einen Wissensimpuls, dienen als Hilfestellung in Erarbeitungsphasen oder als Erweiterung des Lernangebots. Je nach Hauptziel können dazu verschiedene Methoden angewandt werden:

Videoart wählen
  • Screencasts ermöglichen einen einfachen Einstieg und sind eine vielversprechende Möglichkeit, um Anleitungen zu vermitteln. Die Aufnahme ist einfach und mit der passenden Screencast-Software können verschiedene Nachbearbeitungen hinsichtlich Ton, Schnitt usw. vorgenommen werden. 
  • Bei grafischen Animationsvideos werden Grafiken und Bilder verwendet, um Wissen ganz einfach zu vermitteln. Die visuellen Reize unterstützen die Wissensvermittlung, während eine Stimme im Hintergrund den Sachverhalt verständlich vorträgt. Oft werden Geschichten durch überzeugendes Storytelling erzählt, um den Zuseher zu fesseln. Ein Erklärvideo ist hier die beliebteste Videoform.
  • Die klassische Variante als Vortrag vor der Kamera ist eine gängige Form beim Erstellen von Lernvideos. Eine reale Person steht im Vordergrund und erklärt dem Zuschauer die Sachverhalte.

Tipp #4: Das richtige Tool

Die methodische Vorgehensweise bei Lernvideos entscheidet letztendlich über das benötigte Equipment. Screencasts benötigen einen Bildschirm sowie eine zugehörige Screencast-Software, um ein hochwertiges Lernvideo zu erstellen. 

Bei Vorträgen vor der Kamera wird neben einer Kamera auch ein Stativ benötigt. Mit entsprechender Videobearbeitungssoftware können anschließend Nachbearbeitungen vorgenommen werden. 

Es gibt praktische Tools, mit denen sich beeindruckende Ergebnisse direkt am Computer erstellen lassen: 

  • PowToon bietet gute, animierte Videos sowie eine große Auswahl an vorgefertigten Objekten. Die kostenlose Testversion stellt drei Minuten Videolaufzeit zur Verfügung, beinhaltet jedoch ein Wasserzeichen. 
  • MySimpleshow ist eine gute Wahl für alle, die wenig Zeit aufbringen wollen, um ein Lernvideo zu erstellen. Mit dem Tool wird sogar ein Skript erstellt, das automatisiert vorgelesen werden kann. Es besteht auch die Möglichkeit für einen eigenen Voice-Over Text. Beim Baukastensystem sollte man wissen, dass das Video generisch und nicht individualisiert ist.
  • Vyond wird vor allem für Animationen genutzt und bietet eine Vielzahl an Charakteren und zugehörigen Emotionen. Zusätzlich dazu können eigene Charaktere gebastelt werden, die wiederum den Wiedererkennungswert des Lernvideos positiv beeinflussen.
  • Mit Camtasia lassen sich tolle Screencasts auf professioneller Ebene erstellen. Der einzige Nachteil dabei sind die hohen Kosten für die Software.

Tipp #5: Video-Nachbearbeitung

Ein gutes Lernvideo zeichnet sich in erster Linie durch zielgruppenorientierte und darauf abgestimmte Inhalte aus. Allerdings ist auch die Visualisierung am Erfolg mitentscheidend. Es ist nicht zwingend notwendig, ein professioneller Video-Editor zu sein, auch werden keine teuren Bearbeitungswerkzeuge benötigt. 

Doch benötigt man einen Grundstock an fundamentalem Wissen, um ein gutes Lernvideo zu erstellen und anschließend an den richtigen Stellen nachzuarbeiten. Am Ende einer Videoproduktion müssen überschüssiges Filmmaterial entfernt, zusätzliche Audiodateien eingefügt sowie bei Bedarf Hintergrundmusik eingefügt werden. Auch können mittels Color-Grading farbliche Korrekturen vorgenommen werden. Alles in allem ist eine gute Nachbearbeitung maßgeblich am Erfolg des Videos beteiligt.

Lieber selbst ein Lernvideo erstellen oder Profis engagieren?

Lernvideos erstellen obliegt nicht zwingend professionellen Fachleuten. Dank praktischer Tools, die zum Teil kostenfrei sind, lassen sich gute Lernvideos auch selbst erstellen. Doch sollte man bedenken, dass es durchaus zeitaufwendig ist, sofern man noch nicht ansatzweise mit der Materie vertraut ist. 

Als Einstieg eignen sich einfache Varianten wie Screencasts besonders gut. Persönliche Lernvideos vor der Kamera sind in der Erstellung dank passendem Stativ, Handy-Halterung und neutralem Hintergrund genauso einfach. Über die Video-Qualität entscheidet eine gute Mikrofon-, Licht- sowie Kameratechnik. 

Vor dem Lernvideo ist nach der Produktion

Für die Nachbearbeitung werden weitere Tools benötigt, um das Video zurechtzuschneiden sowie Anpassungen, beispielsweise beim Ton vorzunehmen. 

Während Eigenproduktionen in Bezug auf das Budget mehr Flexibilität zulassen, muss dabei jedoch deutlich mehr Zeit und Aufwand investiert werden, als wenn eine professionelle Agentur sich der Aufgabe annimmt. 

Erklärfilme mit Heldengarantie von den Erklärhelden
Erklärfilme

Dies ist zwar mit Kosten verbunden, doch werden im Gegenzug die Chancen gesteigert, dass das Lernvideo ein Publikumshit wird. Immerhin kennen Fachleute die genauen Abläufe und wissen am besten, worauf es ankommt. 

Fazit: Lernvideos erstellen leicht gemacht

Lernvideos haben einen nachhaltigen Mehrwert, wenn sie der bekannten Zielgruppe jene Inhalte bieten, die gefragt sind. Dazu ist eine umfassende Auseinandersetzung damit notwendig, um zentrale Fragen beantworten zu können. 

Außerdem ist es wichtig, die methodische Vorgehensweise dem Lernvideo-Inhalt anzupassen und nicht grundlegend verschiedene Themen miteinander zu vermischen. Dies könnte zu Verwirrungen führen und nicht den gewünschten Lerneffekt erzeugen. 

Lernvideos können dank zahlreicher (teils kostenfreier) Tools in guter Qualität selbst erzeugt werden. Doch sind professionelle Agenturen, die über das fachliche Know-how verfügen und dementsprechend Erfahrung mit sich bringen, definitiv die bessere Möglichkeit, um einzigartige Videos zu produzieren.

Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie er sich entscheidet. Doch was am Ende zählt, ist ein zufriedenstellendes Ergebnis, das den Zuschauern den gewünschten Inhalt und den gesuchten Lerneffekt bietet. 

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Autorin
Katharina-Schneider

Katharina Schneider

Konzepterin bei den Erklärhelden

Katharina Schneider ist als Erklärheldin für die Konzeption von über 300 Erklärvideo-Projekten jedes Jahr verantwortlich. Sie liebt es aus komplexen Ausführungen einfache und überzeugende Beschreibungen zu formulieren, die einen Aha-Moment auslösen. Wenn sie nicht gerade die Welt in 90 Sekunden erklärt, ist sie wahrscheinlich auf dem nächsten Gewässer mit ihrem Kajak zu finden.

Quellen: